Startpunkt für gemeinsame BI-Zukunft
Mit dem Wechsel auf die neue Technologie SAP Analytics Cloud (SAC) hat die AOK Systems zusammen mit dem AOK-Bundesverband und den elf AOKs den Startschuss für eine gemeinsame Business-Intelligence-Zukunft im AOK-System gegeben. Die kollektive Plattform bietet einen breiten Anwendungsrahmen mit vielen neuen praktischen Funktionalitäten, die künftig von bis zu mehreren Zehntausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genutzt werden könnten.
Die AOK-Gemeinschaft setzt schon seit vielen Jahren auf SAP-Software. Das gilt auch für den Analytics Bereich. SAP Business Objects, die bisherige On-Premise-Lösung für Business Intelligence (BI), bei der die Software jeweils auf den Servern oder Rechnern vor Ort installiert ist, wird vom Hersteller SAP nicht mehr weiterentwickelt und die Wartungszeitfenster werden nur noch schrittweise verlängert. Deshalb will die AOK-Gemeinschaft sukzessive auf die neue Technologie SAC umsteigen. Betroffen sind im oscare®-Standard aktuell auch rund 30 analytische Applikationen mit fachlichen Schwerpunkten, basierend auf SAP Lumira. Thomas Brunner, Productsuitemanager im Bereich „Business Intelligence & Analytics“, freut sich darüber, dass das Nachfolgeprodukt genau die Funktionen mit allen Vorteilen einer Cloud-Software abdeckt, die in Zukunft benötigt werden.
Schulterschluss ist gelungen
Ein signifikanter Vorteil einer Software As-a-Service-Lösung ist, dass die Software und alle Releases nicht mehr einzeln auf jedem Rechner installiert werden müssen. Bela Bargel, Referent in der IT-Steuerung des AOK-Bundesverbands, freut sich auf einen breiten Anwendungsrahmen mit vielen neuen Funktionalitäten, die auch in Richtung Künstliche Intelligenz gehen. Thomas Brunner: „Es gibt immer mehr Anforderungen aus den Fachbereichen an die Analysten, unterschiedlichste Berichte oder Statistiken zu erstellen. Unsere Vision ist es, dass sich jede Anwenderin und jeder Anwender ohne größere Analytik- oder Programmierkenntnisse an den PC setzen und in natürlicher Sprache eine Anforderung eingeben kann, worauf sie oder er dann die gewünschten Diagramme oder Tabellen geliefert bekommt.“ Dass die AOKs durch die gemeinsame Cloud-Lösung künftig auch bestimmte eigene BI-Produkte – unter Berücksichtigung datenschutzrechtlicher Rahmenbedingungen – leichter untereinander austauschen können, ist ein weiterer Gewinn.
Lösung schafft viele Synergien
„Mit der ausgewählten Lösung haben wir jetzt viele Möglichkeiten, in alle Richtungen echte Synergien zu schaffen“, unterstreicht der Enterprise Architekt beim AOK-Bundesverband. Während bisher fast ausschließlich Controller:innen und Analytiker:innen mit SAP Business Objects arbeiten, ist SAC ein Auswertungstool, das zum Beispiel auch im Finanzwesen oder im Personalmanagement genutzt werden kann. „Wir rechnen damit, dass sich die Anzahl der Berichtsempfänger:innen in der Endausbaustufe in den nächsten Jahren auf bis zu mehrere Zehntausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erweitern wird“, prognostiziert Brunner.
Ein langwieriger Prozess
Nach und nach soll in den AOKs und dann auch bei den anderen GKV-Kunden der AOK Systems die alte Software abgelöst werden. Thomas Brunner: „Der Fahrplan sieht vor, dass bis spätestens Ende 2029 alle Kassen das neue Tool nutzen, um von den Vorteilen der SAC zu profitieren.“ Die Software wird zwar künftig von SAP auf der Cloud-Plattform bereitgestellt, die AOK Systems wird aber weiterhin Applikationen, sogenannte Dashboards, die heute auch schon angeboten werden, nach und nach bis Ende 2027 im oscare®-Standard neu entwickeln und ihren AOK- und anderen GKV-Kunden bereitstellen. Thomas Brunner kündigt an, dass darüber hinaus in der Perspektive neue Anwendungen für Analysen entwickelt werden, die sich dann alle leicht mit Grafiken, Zeitreihen und Diagrammen aufbereiten lassen. Überdies wird auch eine Interaktion möglich sein, mit der sich Daten filtern lassen und Analysen verfeinern lassen.
Datenhoheit bleibt bei den Kassen
„Der AOK-Bundesverband, die elf AOKs und die AOK Systems werden mit der Einführung der SAC-One-Tenant-Lösung künftig eine Art Wohngemeinschaft bilden“, erklärt Brunner bildlich gesprochen. „Dabei ist es aus Gründen von Datenschutz und IT Security sehr wichtig, dass die einzelnen Zimmer auch abschließbar sind.“ Alle Beteiligten haben sich im ersten Schritt dafür entschieden, den sicheren Weg zu beschreiten. Das heißt, keine Sozialdaten verlassen die Kasse. Sie bleiben auf den Systemen, die in der Hoheit der Kasse liegen. „Wir nutzen lediglich Algorithmen und die Funktionalität aus der Cloud, die dann im Browser der jeweiligen Anwenderin oder des Anwenders zusammengebracht werden“, erläutert der Enterprise Architekt in der IT-Steuerung des AOK-Bundesverbands. „Mithilfe der Live Data Connection der SAC erfolgt der Zugriff auf die jeweiligen Kassendaten live über das lokale oscare® BW, womit wir ein Alleinstellungsmerkmal der SAC nutzen.“ Weitere Anwendungsfälle unter Einbezug einer Speicherung von Daten in der Cloud werden sukzessive evaluiert, „damit wir unseren Optionsraum immer im Einklang mit dem rechtlichen Rahmen erweitern“.